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04.11.2017Herren VII

Heinz der Strafzeitnehmer

Es ist schon eine Weile her, wir hatten Erholung bitter nötig. Das war eine wirklich anstrengende Meisterschaftsrunde. Allerdings vor allem für den Strafzeitnehmer. Der arme Heinz*.

Heinz kam nichtsahnend in den frühen Morgenstunden in diese supermoderne Halle in Bülach. Eine Halle die mehr Platz neben als auf dem Feld zu bieten hat. Als erstes gönnt sich Heinz also einen Kaffee. Nicht irgendeinen, sondern einen frisch gebrauten. Die Helferin am Kiosk auf der Tribüne macht das gut. Er geniesst die Aussicht ab der tollen Zuschauerterrasse und begibt sich dann allmählich zum Spiko Tisch. Das erste Spiel beginnt, es soll kein Spektakel gewesen sein. Heinz fragt sich wozu es überhaupt Strafzeitnehmer braucht, die sitzen ja eh nur rum. Doch die Ruhe sollte nicht lange wären. Da läuft doch fürs zweite Spiel tatsächlich eine Mannschaft in Pink auf. In Pink! Doch der Aufregung nicht genug, es ist auch noch ein Aargauer Derby. Für den eingefleischten Züri Oberländer sowieso unklar wieso Aargauer Teams in derselben Gruppe eingeteilt sind. Naja, denkt er sich, sollen die sich gegeneinander auspowern, diese Pinken spielen ja später noch gegen mein Heimteam. Während er sich also wieder seinen Angry Birds widmet – er hat das Spiel erst jetzt entdeckt – nimmt die Partie langsam Fahrt auf. Der Ball geht hin und her. Ausgeglichen, auf hohem Niveau. Heinz denkt sich nichts weiter als er plötzlich ein Gerangel vor dem pinken Tor beobachtet. Kurz darauf ein Pfiff und nun sollte Heinz in den Mittelpunkt geraten. Zwei Schiris, zwei Captains und bestrafte Spieler bauen sich vor ihm auf. Ja was denn jetzt, 2 Minuten? Oder 2 + 10? Oder 2 + 14? Oder 14/2? Eine 7 Minuten Strafe gibt’s doch nicht? Die Spieluhr hüpft zwischen all den Strafzahlen herum, es herrscht Verwirrung. Doch nicht bei Heinz. Er und sein Regelbuch wissen Bescheid. Die Schiris werden belehrt, die Captains beruhigt und der bestrafte Spieler angegrinst. Ja der sitzt wohl bis zum Spielende. Dieses kam bald, und Pink verlor dann doch noch.

(UHC Bremgarten : UHC Obersiggenthal 2:5)

Heinz entschied sich für ein frühes Mittagessen während seiner Pause. Er ging hoch zum Tribünen-Kiosk. Siehe da, es werden Witze über Strafen gemacht. Leise bemerkt er im Vorbeigehen das man ja nur dank ihm wusste welche Strafe auszusprechen war.

Zurück im Einsatz am Spiko Tisch. Heinz ist aufgeregt, sein Heimteam spielt. Er stellt fest, dass die Gegner nicht in pink, sondern in schwarz antreten. Was wollen sie wohl damit sagen? Er geniesst die Unterhaltung. Ein schnelles, ausgeglichenes Spiel mit viel Ellbogeneinsatz und Reklamationen bei den Schiris. Wäre ich Schiri, denkt sich Heinz, ich hätte die Ellbogen längst abgepfiffen und die Reklamationen bestraft. Man hätte wohl auf ihn hören sollen, denn sogleich wurden Spieler nach alter Wrestling-Manier von den Beinen geholt. Schon wieder Strafen. Schon wieder Arbeit für Heinz. Damit nicht genug, da liegt ein Torhüter am Boden, die Maske halb abgestreift, der Schiri pfeift nicht ab, Tor. Das jagt dem Torhüter die Maske gleich ganz vom Kopf und nach kurzem Intermezzo gibt es erneut eine Strafe. Na gut, immerhin läuft was in diesem Spiel. Die Überzahl wurde ausgenutzt, Heinz’ Heimteam aus Bülach dreht das Spiel zu seinen Gunsten und gewinnt.

(UHC Bremgarten : Bülach loorball II 2:3)

Was für ein Tag, denkt sich Heinz. Viel Spannung, viele Strafen und unnötige Niederlagen. Er gönnt sich noch einen Espresso beim Tribünen-Kiosk und macht sich auf den Heimweg. Wie Heinz, machen auch wir uns auf den Heimweg. Mit hängenden Köpfen und dem Wissen das sowas nicht wieder passieren soll.

*Name der Redaktion nicht bekannt

Meisterschaft 2017/18:
04.11.2017   Heinz der Strafzeitnehmer
20.10.2017   Mit grossen Einsatz zum ersten Saisonsieg
22.09.2017   Löwen lassen Punkte liegen
Meisterschaft 2017/18:
23.01.2017   3 Punkte für das Herren VII
21.01.2017   Endlich der erste Sieg